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"Je schwieriger ein Sieg, desto größer die Freude am Gewinnen." (Pelé)

Der Kreis Herford lernt schwimmen!

Schwimmen - eine lebenswichtige Grundfertigkeit

Deutschland hat immer weniger sichere Schwimmerinnen und Schwimmer. Laut der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) ist die Schwimmfähigkeit bei 59% der Kinder im Grundschulalter und 52% der Erwachsenen unzureichend ausgebildet - Tendenz steigend! Im Jahr 2019 sind hierdurch deutschlandweit 417 Personen ums Leben gekommen.

Die Ursachen für diesen Negativtrend sind vielfältig. Viele Schwimmbäder in NRW sind von Schließungen betroffen, eine ausreichende Anzahl an verfügbaren Plätzen in Schwimmkursen ist oftmals nicht gegeben oder das Elternhaus hat häufig nicht die Zeit oder das Wissen, um seine Kinder mit einer ausreichenden Schwimmtechnik vertraut zu machen. Der Schwimmunterricht an den Schulen kann dabei nicht alleine helfen (Foto: Andrea Bowinkelmann, ©LSB NRW).

Durch die Förderung der Stiftung "Zukunft im Wittekindkreis Herford" ist es dem KSB Herford in den kommenden Jahren möglich, ein umfangreiches Schwimmprojekt umzusetzen, das in den unterschiedlichsten Lern- und Lebensbereichen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen ansetzt.

Lern- und Lebensbereiche

Reicht ein Schwimmkurs schon aus?

Ein Seepferdchen-Schwimmkurs schafft die Basis, bildet jedoch alleine noch keine sicheren Schwimmerinnen und Schwimmer aus (vgl. www.dlrg.de). 

Das Erlernen und die Festigung einer ausreichenden Schwimmfertigkeit, wird erst durch das Zusammenwirken unterschiedlichster Lern- und Lebensbereiche von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen positiv beeinflusst.

Im Fokus steht also nicht nur das Elternhaus, die Kindertagesstätte, die Grundschule oder der Sportverein. Das Projekt "Der  Kreis Herford lernt schwimmen!" setzt gleichermaßen in sechs verschiedenen Lern- und Lebensbereichen an, indem es unterstützt, koordiniert und vermittelt.

Nachfolgend werden diese Bereiche näher beschrieben:

Bei der Entwicklung und Festigung einer Schwimmfertigkeit, spielt auch das Elternhaus eine sehr wichtige Rolle.

Daher erhalten die Eltern im Zuge der Projektarbeit wichtige Informationen und werden für die Unterstützung der Kinder sensibilisiert. Die Aufgabe ist dabei ganz einfach: Mama und Papa gehen mit den Kindern schwimmen, fördern, motivieren und legen den Grundstein für die weiteren Lern- und Lebensbereiche.

Eine interessierte Kindertagesstätte bietet in Zusammenarbeit mit dem Kreissportbund Herford einen Schwimmkurs für "Schukis" (Kinder im letzten Kindergartenjahr) an. Die Organisation vor Ort koordinieren wir gerne mit der jeweiligen Kita.

Die Lehrkraft (Trainer/-in oder Übungsleiter/-in) wird zunächst vom Kreissportbund Herford gestellt, bis die Erzieherinnen und Erzieher über nötige Qualifikationen verfügen. Die Ausbildung des Kita-Personals ist ein elementarer Baustein in der konzeptionellen Arbeit für Kitas. 

Alle teilnehmenden Kitas erhalten ein Zertifikat und ein Türschild als Projektpartnerin.

Sportlehrerinnen und Sportlehrer der Primarstufe werden bei Bedarf durch Freiwilligendienstleistende beim regulären Schwimmunterricht unterstützt.

Kinder mit Defiziten in der Schwimmfertigkeit können somit individuell betreut und gefördert werden.

Eine Kooperation mit dem Kreissportbund Herford, dem Stadtsportverband Herford und den Herforder Grundschulen belegt seit vielen Jahren die erfolgreiche Unterstützung des Schwimmunterrichtes.

Die Qualität der Schwimmkurse soll auch weiterhin gewährleistet sein. Daher können sich interessierte Sportvereine mit Schwimmangeboten vom Kreissportbund Herford mit Lehrmaterialien kostenlos ausstatten  lassen.

Auch in der Freizeit ist die Schwimmfertigkeit von Bedeutung. Der Besuch im Freibad oder der Urlaub an der See, kann ohne die nötige Schwimmfertigkeit schnell lebensgefährlich werden.

Auch Sportarten wie Segeln, Surfen, Wasserski und viele weitere sind ohne eine ausreichende Schwimmfertigkeit nicht ausführbar. Die Schwimmfertigkeit ist daher nicht nur eine Grundfertigkeit, sondern eröffnet weitere Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. 

In Kooperation mit dem Schwimmverband NRW, bieten wir im Kreis Herford erstmalig eine Schulung zum/zur "Schwimmlehrassistenten/-tin" an.

In Theorie- und Praxiseinheiten, wird den Teilnehmerinnen und Teilnehmern das Thema "Schwimmen lernen mit Kindern" erläutert und die notwendige methodische Basis vermittelt. Die Ausbildung ersetzt dabei keine Trainerausbildung.

Diese Schulung ist für Erzieher/-innen in der Ausbildung sowie im Beruf, Übungsleiterinnen und Eltern ausgerichtet.

Haben wir Ihr Interesse an diesem umfangreichen Projekt geweckt und Sie arbeiten für einen Sportverein, eine Schule oder Kindertagesstätte? Dann sprechen Sie uns gerne an. Hinweis für Eltern: Dieses Projekt vermittelt keine Schwimmkurse!

 

Wissenswertes für Groß und Klein

Damit Schwimminteressierte im und am Wasser sicher sind, gibt es bestimmte Baderegeln, an die es sich zu halten gilt. Die DLRG hat 14 solcher Regeln aufgestellt, die sich auf alle Gewässer beziehen. Diese Regeln sind zusätzlich verbildlicht worden, um sie auch für Kinder zugänglicher und verständlicher zu machen. (Siehe https://www.dlrg.de/informieren/freizeit-im-wasser/baderegeln/)
Die Regeln der DLRG lauten wie folgt:

  • Kühle dich ab, bevor du ins Wasser gehst
  • Luftmatratze, Autoschlauch und Gummitiere bieten dir keine Sicherheit
  • Verlasse das Wasser sofort, wenn du frierst
  • Bade nicht, wo Schiffe und Boote fahren
  • Gehe nur zum Baden, wenn du dich wohl fühlst
  • Tauche andere nicht unter
  • Gehe nur bis zum Bauch ins Wasser, wenn du nicht schwimmen kannst
  • Bei Gewitter ist Baden lebensgefährlich. Verlasse das Wasser sofort
  • Springe nur ins Wasser, wenn es tief genug und frei ist
  • Gefährde niemanden durch deinen Sprung ins Wasser
  • Überschätze deine Kraft und dein Können nicht
  • Halte das Wasser und seine Umgebung sauber, Abfälle wirf in den Mülleimer
  • Rufe nie um Hilfe, wenn du nicht wirklich in Gefahr bist, aber hilf anderen, wenn sie Hilfe brauchen
  • Gehe niemals mit vollem oder ganz leerem Magen baden

Auch der Schwimmverband NWR hat Baderegeln mit schöner Verbildlichung aufgestellt. Diese ähneln denen der DLRG haben aber den ein oder anderen Zusatz. (Siehe https://www.swimpool.de/service/einkaufen-materialbestellungen/schwimmabzeichen/baderegeln-mit-ole.html)

Die obenstehenden Regeln sollten, vor allem mit Kindern, regelmäßig geübt werden. Gefahrenpotenziale können so besser eingeschätzt werden und die Sicherheit im und am Wasser wird erhöht.

 

Wissenswertes für Eltern

Schwimmhilfen:

Wenn Kinder noch nicht sicher Schwimmen können bzw. Nichtschwimmer/-innen sind, ist es wichtig die richtigen Schwimmhilfen zu nutzen. Bei Nichtschwimmer/-innen werden, laut DLRG, nur solche Schwimmhilfen als sicher angesehen, die sich sicher am Körper befestigen lassen. Dazu gehören die klassischen Schwimmflügel oder die Schwimmweste. Beim Kauf der Schwimmflügel ist es wichtig auf die Kennzeichnung zu achten. Steht dort „EN 13138-1“ entsprechen diese der Norm. Sinnvoll ist es auch darauf zu achten, dass die Schwimmhilfen Signalfarben enthalten, damit das Kind im Wasser besser zu sehen ist. (Foto: Andrea Bowinkelmann, ©LSB NRW)

 

Allgemein:

  • Kinder die nicht sicher oder gar nicht schwimmen können müssen immer beaufsichtigt werden. Dies gilt auch, wenn die Kinder mit Schwimmhilfen ausgestattet sind, denn auch diese Schwimmhilfen haben keinen 100%igen Schutz. Selbst wenn Aufsichtspersonal vor Ort ist, müssen Eltern ihre Kinder beaufsichtigen.
  • Als sichere Schwimmer/-innen gelten Personen erst nach Abschluss des Schwimmabzeichens Bronze.
  • Wenn Eltern ihren Kindern selbst das Schwimmen beibringen wollen, sollten diese selbst sicher schwimmen können und sich im Wasser wohl fühlen, um dem Kind das nötige Sicherheitsgefühl und die richtige Schwimmtechnik vermitteln zu können.
    Wichtig: In den meisten Fällen ersetzt das Üben mit dem eigenen Kind nicht den Besuch eines Schwimmkurses mit ausgebildetem Personal.